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Aktionstipps zur Jubiläumskampagne

Sie suchen nach Ideen und praktischen Tipps, wie Sie das Jubiläum 100 Jahre Frauenwahlrecht in Ihrer Organisation oder Ihrer Stadt sichtbar machen können? Mit fünf einfachen Ideen gibt Ihnen der Aktionsleitfaden ganz konkrete Hilfestellungen. Sicher finden Sie eine passende Aktion, die Sie gemeinsam mit Ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern vor Ort umsetzen und das Jubiläum so erlebbar machen können!

Stadtspaziergang: Begehbares Jubiläum

Politische Gleichberechtigung. Von gestern, langweilig und längst selbstverständlich? Nicht immer! Das neue Schwimmbad, der neue Radweg, die neue Rutsche. Alles Früchte politischer Arbeit und Partizipation von Frauen und Männern. Machen Sie erlebbar, warum es sich lohnt, politisch aktiv zu sein – bei einem Spaziergang durch Ihre Stadt. Wo haben historische Wegbereiterinnen Spuren hinterlassen und das Bild Ihrer Kommune mitgeprägt? An manchen Orten ist ihre Arbeit im wahrsten Sinne des Wortes „in Stein gemeißelt“ und bis heute sichtbar.

Die Idee lebendig werden lassen:
  • Überlegen Sie, welche Orte in Ihrer Stadt einen historischen oder frauenpolitischen Bezug haben könnten? Stöbern Sie im Gemeindearchiv oder vielleicht gibt es auch einen Heimatverein, der Sie unterstützen kann.
  • Sorgen Sie für Abwechslung! Planen Sie den Spaziergang an einem einzigen Ort oder an mehreren Orten nacheinander. Übergeben Sie das Wort! Sprechen Sie Stadträtinnen an, die Geschichten erzählen können über die Orte und ihre Entstehung und dabei ihre Zuhörerinnen und Zuhörer mitreißen.
  • Lassen Sie den Spaziergang bei Kaffee und Tee ausklingen. Fragen und Plaudern sind nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht.
Und wie wird's gemacht?
  • 14:00 Uhr Treffpunkt am Rathaus
  • 14:15 Uhr Stadtspaziergang mit Stationen, an denen Frauen aus der Region Spuren hinterlassen und Geschichte geschrieben haben
  • 15:00 Uhr Ausklang bei Kaffee und Kuchen in einem Café, im Rathausfoyer oder einer Schule

Frauenpolitischer Brunch: Machen Sie das Jubiläum schmackhaft!

Die beste Basis für den Start in den Tag? Das Frühstück. Die beste Basis für den Start in die Politik? Der frauenpolitische Brunch! Ob aus Politik, Verwaltung, Kultur oder Wirtschaft – hier treffen sich Macherinnen. Ein Morgen, ein Thema: Für ein wirklich gehaltvolles Mahl gibt es einen Impulsvortrag einer der Teilnehmerinnen zu einem frauenpolitischen Thema wie etwa 100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland.

Die Idee lebendig werden lassen:
  • Knüpfen Sie neue Bande! Es geht um Netzwerke und Synergien. Also auch mal um die Ecke denken: die Vorsitzende eines Vereins, die Elternsprecherin oder die Bibliothekarin geben ganz neue Einblicke in bekannte Themen.
  • Laden Sie ein! Und zwar öffentlich in Lokalpresse und Radio, vor allem aber direkt und persönlich.
  • Sorgen Sie für schöne Aussichten! Die Wahl des Ortes trägt zu einer inspirierenden Atmosphäre bei.
  • Bringen Sie Ideen auf den Weg! Impulsvortrag heißt nicht lang und erschöpfend, sondern kurz und bewegend. Es darf diskutiert werden.
Und wie wird's gemacht?
  • 10:00 Uhr Begrüßung und Beginn des Frühstücks
  • 10:30 Uhr Impulsvortrag zu 100 Jahren Frauenwahlrecht: kurzer Rückblick auf Einführung und Entwicklung des Frauenwahlrechts in Deutschland; ggf. Fokus auf passives Wahlrecht, Frauenanteile in Parlamenten und Regelungen zu Parität
  • 10:50 Uhr Moderierte Diskussion, Nachfragen
  • 11:10 Uhr Individueller Austausch und Ausklang

Literaturclub: Die Schriften der Wegbereiterinnen

Marie Juchacz, Anita Augspurg, Helene Weber oder Elisabeth Selbert. Es gibt sie – die berühmten Politikerinnen; damals wie heute. Sie haben Geschichte geschrieben. Und über sie wurden Geschichten geschrieben. Warum diese nicht an einem Nachmittag oder einem Sonntagmorgen gemeinsam lesen? Oder sich von Frauen Ihrer Stadt Lieblingsstellen aus ihrer Lieblingsfrauenbiographie vorlesen lassen? Die Wege von Frauen in die Politik sind vielfältig. Stöbern Sie sie auf. Lassen Sie sich inspirieren. Und reden Sie darüber – mit anderen Frauen.

Die Idee lebendig werden lassen:
  • Die Vielfalt macht’s! Lesen Sie aus Biographien von Politikerinnen mit möglichst unterschiedlichen Wegen. So kann das Publikum aus einer breiten Palette an Identifikationsfiguren auswählen.
  • Es ist noch keine Meisterin vom Himmel gefallen! Wenn Frauen anderen vorlesen, trainieren sie gleichzeitig öffentliche Auftritte. Ein wichtiger Schritt in Richtung Politik.
  • Brücken bauen! Nehmen Sie die Geschichten anderer Frauen zum Anlass, über die eigene Geschichte zu reden. Und vielleicht auch über die zukünftige, die politische!
Und wie wird's gemacht?
  • Gibt es in Ihrer Stadt einen Buchladen, der den Literaturclub regelmäßig bei sich beherbergen würde? Immerhin birgt die Vorstellung einer Neuerscheinung aus dem eigenen Angebot die Chance, lohnende Geschäfte zu machen.
  • Möglicher Titel des Clubs: „Wegbereiterinnen: Politikerinnenbiographien.“
  • Werden Sie jünger: Binden Sie mit Projekten an Schulen die nächste Generation politischer Frauen mit ein.

HerStory: Frauen schreiben Geschichte

Die Geschichte der Frauen in der Politik ist eine Geschichte voller Erfolge! 100 Jahre Frauenwahlrecht, 70 Jahre Grundgesetz und 25 Jahre aktiver Gleichstellungsauftrag: Frauen gestalten seit langem Politik und Gesellschaft aktiv mit. Nutzen Sie diese Beispiele, um Frauen heute Mut zu machen, politisch zu sein und zu bleiben – über das Internet, mit Ausstellungen an öffentlichen Orten und Informationsbroschüren.

Die Idee lebendig werden lassen:
  • Leben? Lieber ungewöhnlich! Wählen Sie außergewöhnliche (politische) Frauen mit eben solchen Geschichten.
  • Machen Sie es spannend! Verbinden Sie die Geschichten mit aktuellen Themen, die bewegen. So fühlt sich jede angesprochen.
  • Spannen Sie die Wirtschaft ein! Suchen Sie sich Unterstützung bei Unternehmen vor Ort – zum Beispiel für Druckkosten.
  • Tragen Sie es in die Öffentlichkeit! Eine Ausstellung im Gemeindezentrum oder der Sparkasse, eine Artikelserie in der Lokalzeitung, ein Themenportal im Internet – bringen Sie HerStory unters Volk.

Und wie wird's gemacht?
  • Gehen Sie auf Schatzsuche: Im Heimatverein, in Kirchengemeinden oder im Gemeindearchiv werden Informationen aus der Region gesammelt.
  • Fragen Sie nach: Welche Frauen haben Wichtiges in Ihrer Organisation geleistet? Politik beginnt oft mit bürgerschaftlichem Engagement!
  • Gehen Sie online: Rufen Sie in Ihren Social-Media-Netzwerken zur Beteiligung auf und bitten Sie um Vorschläge.

Kreativwettbewerb: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Wo wird das Jubiläum 100 Jahre Frauenwahlrecht auch in Ihrer Kommune erlebbar? Wo sind Spuren historischer Vorreiterinnern Ihrer Stadt erkennbar? In Straßennamen, öffentlichen Plätzen oder in der Geschichte Ihrer Gemeinde? Antworten auf diese Fragen gibt ein Fotowettbewerb: Über die verschiedenen Generationen hinweg, bringen Frauen und Mädchen plastisch und fotografisch zum Ausdruck, wo und wie das historische Jubiläum 100 Jahre Frauenwahlrecht für sie noch heute lebendig und aktuell ist.

Die Idee lebendig werden lassen:
  • Starten Sie einen Aufruf in der Presse und in den Sozialen Medien. Arbeiten Sie mit Schulen und Vereinen vor Ort zusammen.
  • Bilden Sie eine Jury aus Frauen, die sich heute für Ihre Kommune, Ihre Stadt engagieren. Die eingereichten Fotocollagen können nach Kreativität, Originalität und frauenpolitischen/historischen Kenntnissen beurteilt und unter den eingesendeten Beiträgen 1 bis 2 Gewinnerinnen ermittelt werden.
  • Vergeben Sie einen Preis und machen Sie den Wettbewerb so noch attraktiver.
  • Nutzen Sie die sozialen Medien und bewerben Sie den Wettbewerb auf Facebook. Sie könnten auch einen Publikumspreis vergeben. Stellen Sie die eingereichten Werke online und lassen Sie abstimmen. Das Bild mit den meisten Likes auf Facebook gewinnt.
  • Organisieren Sie eine feierliche Vernissage für die Ausstellung der eingesendeten Beiträge. Begleiten Sie diesen ggf. mit einem kleinen historischen Überblick aus 100 Jahren Frauenwahlrecht. Laden Sie die Wettbewerbsteilnehmerinnen sowie Kommunalpolititker*innen aller Parteien zur Ausstellung ein.

Und wie wird's gemacht?
  • 18:00 Uhr Ausstellungseröffnung mit Grußwort des/der Bürgermeister*in oder Landrat/Landrätin oder den Initiator*innen des Wettbewerbs
  • 18:15 Uhr Kleiner historischer Input zu 100 Frauenwahlrecht
  • 18:30 Uhr Rundgang durch die Ausstellung mit Kommunalpolitiker*innen und Wettbewerbsteilnehmerinnen
  • 19:00 Uhr Gedankenaustausch beim Sektempfang